Reiseinformationen

Ausrüstung
Hier finden Sie die Ausrüstungsgegenstände, die für jede Reise nach Ladakh von Vorteil sind. Wird im Frühjahr oder Herbst gefahren, müssen wärmere Sachen mitgenommen werden als in den Sommermonaten Juli und August. Wer keine Trekkingtour mitmacht, kann auf die diesbezüglichen Gegenstände verzichten. Ob Rucksack, Reisetasche oder Koffer für das große Gepäck mitgenommen wird, ist Geschmackssache, zum Trekken eignen sich alle gleich gut (solange die Koffer keine Schrankmaße haben). Die Wege zur und von der Unterkunft sind oftmals nicht kofferrollenfreundlich, jedoch bringt das Taxi einen meist vom Flughafen bis zur "Haustür".
- guter Schlafsack (bis ca. 0° C; auch im Sommer), evtl. Innenschlafsack
- gut eingelaufene, knöchelhohe Trekkingstiefel
- Turnschuhe oder Trekkingsandalen als Ersatz, evtl. Badeschlappen
- feste lange Hose, leichte lange Hose
- warme Unterwäsche (für Frühjahr und Herbst)
- wind- und regendichte Jacke, dicker Pullover (z.B. Fleece)
- Wandersocken
- Sonnenhut (sehr wichtig!)
- Mütze/Stirnband, Schal/Halstuch, evtl. Handschuhe
- Tagesrucksack für Kamera, Trinkflasche, Pullover etc. bei Tagesausflügen oder bei der Trekkingtour
- Schutzhülle für Gepäck gegen Staub
- Wasserflasche (mind. 1 Liter), evtl. 2. Trinkflasche
- Micropur oder Wasserfilter
- Sonnencreme/Sunblocker, Lippenschutz, gute Sonnenbrille / Gletscherbrille
- Trinkbecher, Sitzunterlage, Taschenmesser, Nähzeug, Sicherheitsnadeln, Taschenlampe, Feuerzeug
- Bauchbeutel für Papiere und Schecks
- evtl. Photoapparat (mind. 1 Film/Speicherkarte/Akku mehr als geplant), evtl. Fernglas, evtl. Aufnahmegerät
- Handtücher, Toilettenartikel, fetthaltige Creme, für Geräuschempfindliche Ohrenstöpsel, evtl. feuchte Reinigungstücher/Sagrotan
- persönliche Medikamente
- Kopien von Reisepass und Visum für Touren in die neuen Gebiete

Gesundheit
Impfungen sind nicht vorgeschrieben, werden also nicht per Impfzeugnis kontrolliert. Empfohlen sind Impfungen gegen Hepatitis, Tetanus, Polio und evtl. Typhus. Spätestens 6 Wochen vor Reiseantritt sollte diesbezüglich der Arzt/die Ärztin aufgesucht werden. Empfohlen wird ebenso ein allgemeiner Gesundheits-Check sowie eine Beratung bei speziellen körperlichen Problemen.
Malaria-Prophylaxe ist für Ladakh nicht erforderlich, weil die Überträger in der Höhe nicht mehr vorkommen. Für den Weg zwischen Delhi und Ladakh ist man mit einem guten Antimückenmittel besser beraten als mit den nicht 100%ig sicheren Malaria-Prohylaxe-Mitteln, die z.T. heftige Nebenwirkungen hervorrufen. Wegen einer Malaria-Prophylaxe in anderen Teilen Indiens fragen Sie bitte im nächsten Tropeninstitut an. Die Mückenplage ist zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich und jedeR muss sich entscheiden, ob lieber Prophylaxe-Medikamente mit z.T. unangenehmen Nebenwirkungen geschluckt werden oder ob man sich mit Moskitonetz und Einreibemittel schützt.
Höhenkrankheit: Theoretisch braucht der Körper pro 1.000 Höhenmetern eine Anpassungswoche. Demnach ist man in Leh auf 3.500 m Höhe erst nach 3,5 Wochen fit. Wie der Körper mit Höhe umgeht, ist genetisch bedingt. Alter, Fitness, Körpergewicht etc. haben keinen Einfluss darauf. Wir raten bei einer Anreise per Flugzeug: Unbedingt 24 Stunden Ruhe einhalten! Höhenbedingte Kopfschmerzen lassen sich mit Ibuprofen lindern. Bei weiteren Symptomen wie Schlaflosigkeit, Halluzinationen, Schwindel und Herzklopfen muss unbedingt gehandelt werden und zwar entweder durch Abstieg oder ein Sauerstoffzelt. Im Militärkrankenhaus in Leh befindet sich eines.
Magen- und Darmerkrankungen: In Indien gibt es einige sehr böse Krankheitserreger wie Lammlien und Amöben (diese fehlen glücklicherweise in Ladakh). In den meisten Restaurants ist die Hygiene nicht zu beanstanden. Zur Vermeidung von lästigen Magen- und Darmerkrankungen empfiehlt es sich jedoch, auf rohe Salatzutaten zu verzichten, wenn nicht ganz sichergestellt ist, dass diese mit keimfreiem Wasser gewaschen wurden. Auch ist häufiges Händewaschen eher von Vorteil. Für das Trekking in Ladakh sollten Wasserreinigungsmittel (Micropur forte oder Wasserfilter) benutzt werden.
Viele (auch westliche) Medikamente können in ganz Indien preiswert gekauft werden. Die Versorgungslage in Ladakh mit Amchis sowie nach westlichen Methoden praktizierenden ÄrztInnen ist gut.

Geld
Die einheimische Währung sind Rupien, ca. 60 Rp = 1 Euro. Reiseschecks sind empfehlenswert (Euro). Bargeld ist ebenfalls gut zu tauschen, bei Diebstahl allerdings nicht versichert. Es ist nicht nötig, Rupien in der BRD zu kaufen. In den internationalen Flughäfen sind Wechselstuben, die rund um die Uhr geöffnet haben und zu einem guten Kurs wechseln. Kreditkarten sind in Indien gut nutzbar, nur in Ladakh werden sie als Bezahlung nur in größeren Souvenirgeschäften angenommen oder mit hohen Gebühren beim Abheben von Bargeld belastet. Es gibt in Leh ATM-Automaten, die aber teilweise tagelang nicht funktionieren. Dafür gibt es viele Geldwechselstuben, die ohne lange Wartezeiten zu einem ordentlichen Kurs Bargeld und Reiseschecks wechseln.

Visum
Seit 20. Juni 2011 werden Visa-Anträge für Indien nur noch im Online-Verfahren akzeptiert. Und so beantragen Sie Ihr Visum korrekt:

Besuchen Sie das Online-Formular der indischen Konsularabteilung über www.indianembassy.de und klicken dort auf Konsulardienst. Dort werden Sie durch die Prozedur geleitet.

Füllen Sie alle Pflichtfelder des Antrags aus und beachten Sie ganz genau alle Anweisungen, um den Antrag zu vervollständigen. Drucken Sie den vollständig ausgefüllten Antrag zweimal aus.

Für vollständige Unterlagen brauchen Sie noch zwei identische farbige Passfotos, die biometrischen Richtlinien entsprechen. Das Foto muss 5 cm x 5 cm groß sein und vor hellem, d. h. weißem oder hellblauem Hintergrund fotografiert sein. Auf dem Bild muss außer dem Kopf auch der Schulteransatz zu sehen sein. Schreiben Sie unbedingt Ihren vollständigen Namen auf die Rückseite der Fotos.

Unterschreiben Sie beide ausgedruckten Anträge jeweils zweimal, einmal im Kasten unterhalb Ihres Fotos (Achtung: Die Unterschrift darf nicht über den Rand des dafür vorgesehenen Kästchens gehen), und einmal am Ende des Antrags.

Bei postalischen Anträgen müssen Sie die Kosten für die Visum-Beantragung im Voraus an den für Sie zuständigen Dienstleister überweisen (Adressen und Zuständigkeitsbereiche siehe unten auf der Webseite).

Senden Sie nun die beiden unterschriebenen Anträge, die Fotos (lose oder mit einer Büroklammer festheften, NICHT aufkleben oder antackern), Ihren noch mindestens sechs Monate gültigen Reisepass, einen adressierten Rückumschlag, eine Kopie des Überweisungsformulars und eventuell eine Auftragserteilung an den für Sie zuständigen Dienstleister (die Modalitäten der Antragsstellung finden Sie auf deren Webseiten).

Achtung: Die Unterlagen dürfen nicht geknickt werden und müssen durch eine durchsichtige Klarsichthülle geschützt sein, sonst werden sie nicht akzeptiert. Am besten verschicken Sie den Antrag in einem rückenverstärkten DIN A4-Umschlag.

Die Bearbeitungszeit postalischer Anträge dauert zurzeit etwa zwei bis drei Wochen (vorsichtshalber lieber noch eher beantragen!). Sie können den Antrag natürlich auch persönlich bei dem für Sie zuständigen Dienstleister abgeben.

Zusätzlich zu diesem Weg findet man auch noch andere Anbieter im Internet.

Für Österreich zuständig ist folgende Firma:

BLS International Visa Services Center Contact Info
Hegelgasse 17, Top 9 (Nähe Schwarzenbergplatz)
1010 Wien
Tel. 01 943 7272
Fax 01 943 7276
Email: info@blsindiavisa-austria.com
Web: www.blsindiavisa-austria.com

SchweizerInnen klicken sich durch diese Webseite: www.in.vfsglobal.ch/

Uhrzeit
In Indien und Ladakh ist die Uhr zur Sommerzeit 3,5 und in der Winterzeit 4,5 Stunden weiter als bei uns. Wenn es hier 12 Uhr ist, ist es dort 15:30 bzw. 16:30 Uhr.

Mitbringsel
Wer in Indien/Ladakh Leuten gerne eine Freude mit Geschenken machen möchte, fragt sich sicherlich, was denn sinnvoll ist. Ladakhis freuen sich z.B. über Blumen- und Pflanzensamen (Radieschen wachsen z.B., sind aber weitgehend unbekannt) und warme Kleidung (bei Mönchen und Nonnen bitte weinrot!). Typische "Souvenirs" aus der Heimat sind in ganz Indien beliebt. Wer zu einem (Essens)Besuch eingeladen wird, bringt höflicherweise etwas zu essen mit wie Kekse, Früchte oder besondere Getränke. Nett ist es, ein kleines Fotoalbum mit Bildern von zuhause dabeizuhaben (Familie, Wohnung, Arbeitsplatz, örtliche Sehenswürdigkeiten etc.), welches man sich gemeinsam anschauen kann.
An Medikamenten können in Ladakh Augentropfen sinnvoll sein, da recht viele an entzündeten Augen leiden.
Wer nicht individuelle sondern Geschenke für die Allgemeinheit mitbringen möchte, könnte in Ladakh ein Kinderbuch (mit vielen Bildern bzw. in englisch) für die kleine Bücherei im Jigmet Guesthouse stiften. Überall werden Schulutensilien gerne genommen. Kinder freuen sich über Luftballons, Buntstifte etc.
Gute warme Kleidung (für Nonnen und Mönche in rot) wird auch immer gerne genommen. Insbesondere die tibetischen Flüchtlinge können Wintersachen gut gebrauchen. In Choglamsar gibt man diese ab.
Aber vergessen Sie nicht: Ladakh ist kein armes Land. Alle haben ein Dach über dem Kopf, Kleidung (die gute steckt oftmals in der Kiste für bessere Gelegenheiten, auf dem Feld zieht man lieber alte Sachen an) und genügend Nahrung um satt zu werden.
Einige der schönsten Mitbringsel kosten gar kein Geld – Spielideen (z.B. Klatschspiele), Gesangsdarbietungen und Zaubertricks können Sprachbarrieren überwinden und gut zur allgemeinen Unterhaltung beitragen. Auf diese Weise kann man leicht Herzen gewinnen und kulturelle Unterschiede verschmelzen lassen.

Fotografieren
Ladakh bietet Fotomotive in Hülle und Fülle. Es ist so hell, dass gut ein niedrigempfindlicher Film mitgenommen werden kann. Kleinbildfarbfilme für Papierbilder sowie 100-ASA-Diafilme sind in Leh zu normalen Preisen erhältlich, schwarz-weiß und andere spezielle Filme muss man jedoch genügend von zuhause mitnehmen.
Digitalfotografie ist ein wenig kompliziert, insbesondere auf Trekkingtouren und Aufenthalten in Gebieten, wo es keinen Strom gibt. In Leh besteht die Möglichkeit, sich seine digitalen Bilder auf CD brennen zu lassen (80-150 Rs.).
Selbstverständlich gebietet die Höflichkeit Einhaltung einiger Regeln. Dazu gehört, Leute nicht gegen ihren Willen zu fotografieren (was ich leider bereits öfters beobachtet habe). Auch wird zwar in manchen Klöstern Blitzlichtfotografie gestattet, jedoch sollte einem bewusst sein, dass jeder Blitz die alten Wandmalereien zusätzlich leiden läßt. Eine sehr große Freude macht man den Ladakhis mit Abzügen von den von ihnen gemachten Bildern. Leider wird das oft versprochen, ohne es nachher einzuhalten oder die Briefe gehen auf dem Postweg verloren. Um sicherzugehen, dass die Bilder auch bei den Empfängern ankommen, biete ich an, diese gegen einen kleinen Betrag mitzunehmen (sie müssen nur mit Beschriftung der Ortschaft an mich geschickt werden) und auszuhändigen.

Trinkgeld
Natürlich möchte jedeR gerne wissen, was ein übliches Trinkgeld ist. Leider ist diese Frage nicht leicht zu beantworten, da sich Ladakhis immer gerne mit einem „As you like“ aus der Affäre ziehen. Die tatsächlich gegebenen Trinkgelder haben auch eine sehr große Spannbreite. Als Arbeitsanerkennung hat das Tringeld jedoch eine wichtige Funktion.

Unser Tipp: 50,- bis 60,- Euro pro Person bei einer 3wöchigen Reise ist ein guter Anhaltspunkt und kann nach Gefühl und Arbeitsleistung auf Gepäckträger, Trekkingbegleitteam, Taxifahrer etc. verteilt werden. Im Restaurant kann man Rechnungsbeträge aufrunden.

Müll
Der Müll ist in ganz Indien – incl. Ladakh - ein Problem. Zwar gibt es teilweise Bemühungen, aber eine wirkliche Lösung ist nicht in Sicht.
Es gibt einige Punkte, mit denen Besucher/-innen zur Abfallvermeidung beitragen können:
- In Leh kann man abgekochtes Wasser bei „Dzomsa“ in die mitgebrachte Flasche füllen lassen. Das ist auch kostengünstiger als Wasser in Plastikflaschen.
- einige Zutaten zu Gerichten sind nur in Konserven erhältlich (Pilze, Thunfisch etc.) - in Indien könnte man auf diese Nahrungsmittel verzichten.
- mitgebrachter Müll kann wieder mit nach Hause genommen werden (Batterien, Plastikverpackungsmaterial etc.)
- diverse Produkte werden nur in Plastikverpackung verkauft, hier sind einheimische Produkte vorzuziehen (z.B. Kekse, Nüsse) oder man kann sich etwas einschränken

Strom
In Ladakh gibt es Strom. Allerdings nicht überall und zu jeder Zeit. In Dörfern abseits der Hauptstraße ist entweder keiner oder es können Glühbirnen mit Solarzellen zum Leuchten gebracht werden. In Leh ist der Strom fast täglich für mehrere Stunden unterbrochen. Internet-Cafes und gute Hotels benutzen zur Überbrückung oft knatternde laute Generatoren. Wer mit Digitalkamera reist, sollte genügend Akkus mitnehmen und so oft aufladen wie möglich. Die Stecker passen ohne Adapter in die Steckdosen.

Kommunikation
In Ladakh gibt es nur in Leh und den größeren Orten Telefone. Internetcafes sind in Leh und Padum. Deutsche Mobiltelefone funktionieren nicht. Indische Mobiltelefone sind nur in Leh und engerem Umkreis zu empfangen. Allerdings wird das Mobilnetz jährlich weiter ausgebaut. Für Notfälle ist es günstig, die Daten unseres Partnerbüros daheim zu notieren, von dort kann man Ihnen am ehesten eine Nachricht übermitteln, wenn Sie außerhalb Lehs sind.

und noch
Ladakh ist ein Land mit einer uns fremden, aber faszinierenden Kultur und Religion. Damit einhergehend sind einige west-europäische Gepflogenheiten dort nicht angebracht. So ist z.B. das Tragen von schulterfreien T-Shirts und kurzen Hosen ungehörig (zum Vergleich: bei uns mit Bikini und Badehose in die City gehen). Auch ist die Lebenseinstellung anders, die manchmal wenig mit west-europäischen Denkensmustern gemein hat. Insbesondere der Zeitbegriff hat eine ganz andere Bedeutung als bei uns. So haben wir die Chance, uns mit unserem Umgang von Pünktlichkeit, Schnelligkeit und Effektivität auseinanderzusetzen und dafür "ladakhische Gelassenheit" auszuprobieren.
Das Klima ist sehr trocken, tagsüber ist es sehr warm, nachts dagegen durchaus kühler. Die Haut braucht viel (fettreiche) Creme und es sollten mind. 3 Liter am Tag getrunken werden.
Leh liegt auf 3.500 m Höhe, das bedeutet für den Körper eine enorme Umstellung. Wer Genaueres über die Höhenkrankheit erfahren möchte, schaue bitte im Internet unter www.bexmed.de (Deutsche Gesellschaft für Berg- und Expeditionsmedizin). Ausdauersport 2-3 Monate vor der Reise erleichtert die Anstrengung beim Trekking oder sonstigen Aktivitäten. Empfohlen sind hier Jogging, strammes Radeln, Streckenschwimmen.
In Leh gibt es eine Wäscherei (Dzomsa), die günstig und halbwegs ökologisch wäscht, ansonsten haben auch viele Unterkünfte einen Waschplatz (der Gebrauch von Outdoorseife wird empfohlen).

Die Reiseinfos kann man auch als .pdf-Datei herunterladen und ausdrucken und zwar hier.